Lagerbeticht 2002: Bettina Seifert

Nachdem bereits im letzten Jahr ein paar Juniorinnen des VBC Chur das Trainingslager in Santa Susanna bei Barcelona besucht hatten, sind wir dieses Jahr noch viel zahlreicher in das sonnige Spanien gefahren. Insgesamt 14 Spielerinnen aus Chur machten sich am Freitag auf die lange und beschwerliche Reise, zuerst mit dem Zug nach Zürich und anschliessend 14 beinahe schlaflose Stunden Carfahrt. Doch jene, die nicht zum ersten Mal am Lager teilnahmen, wussten, dass sich die Strapazen lohnten, und die anderen entdeckten dies wohl im Laufe einer Woche, in der uns nicht nur die wertvollen Trainings auf Trab hielten.

So wurden wir auch schon am Sonntag für unseren Einsatz (der bis anhin darin bestand, eine möglichst bequeme Lage im Carsitz zu finden, wobei sich einige sehr kreativ anstellten) belohnt. Ein Reisebus (oh nein, schon wieder Car fahren, diesmal jedoch nur etwa 30 Minuten) holte uns am Morgen vor dem Hotel ab und brachte uns nach Barcelona, wo wir zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieser faszinierenden Stadt geführt wurden. So sahen wir zum Bespiel den Tempel der heiligen Familie, sowie das Olympiastadion und das Stadion des FC Barcelona. Nicht zuletzt dank unserem redegewandten spanischen Reiseführer bildete dieser Ausflug einen der Höhepunkte unseres Aufenthaltes ins Spanien.

Und dann gings los: Am Montag Morgen machten wir uns zum ersten Mal auf den Weg zur Turnhalle, welche in dieser Woche für uns bald zum zweiten Zuhause wurde. Erfahrene Lagerteilnehmerinnen waren hier bestimmt im Vorteil, denn um uns den doch 20 Minuten langen Fussmarsch vom Hotel zur Halle zu ersparen, gehörten Kickboards oder Skates zu unserem Reisegepäck. Und so flitzten wir regelrecht an den anderen vorbei hinein ins Trainingsvergnügen. Am Montag, Mittwoch und Freitag wurden wir sage und schreibe 6,5 Std. in der Halle gequält, bis wir Pässe und Abnahmen im Schlaf hätten spielen können, wenn nicht jeder Körperteil schon bald von Muskelkater befallen gewesen wäre. Nur am Dienstag und am Donnerstag waren die Trainer etwas gnädiger mit uns und gönnten uns einen freien Nachmittag.

Wenn das Wetter mitspielte, schleppten sich die ganz zähen unter uns noch an den Strand, um an der Sonne alle Viere von sich zu strecken oder gar noch etwas Beachvolleyball zu spielen. Andere hingegen schafften es an diesen Erholnachmittagen nicht einmal mehr, ihre müden Glieder vom Hotelbett zu erheben. Sogar für den spanischen Ausgang waren wir meist zu müde (oder verging uns etwa die Lust, als es hiess, wir hätten um 22.30 h auf den Zimmern zu sein?!) Aber da wir ja ohnehin nicht so gerne feiern (siehe zahlreiche andere Clubanlässe) und hauptsächlich daran interessiert waren, von den intensiven Trainings zu profitieren, kann man diese Lagerwoche durchaus al vollen Erfolg bezeichnen.

Und so stiegen wir am Samstag erschöpft, aber immer noch guter Laune und glücklicherweise frei von nennenswerten Verletzungen wieder in den Car, welcher uns nach Hause bringen sollte. Auch wenn es nicht immer einfach war, sich jeden Tag von neuem zu motivieren, so hatten wir doch eine Menge Spass, konnten volleyball-technisch bestimmt so einiges profitieren und behalten das Trainingslager von Santa Susanna 2002 in guter Erinnerung.

Bettina Seifert